{"id":2149,"date":"2025-05-20T22:15:54","date_gmt":"2025-05-20T20:15:54","guid":{"rendered":"https:\/\/psychotherapie-zeugswetter.at\/home\/?p=2149"},"modified":"2025-05-21T21:47:54","modified_gmt":"2025-05-21T19:47:54","slug":"klaus-ottomeyer-psychotherapeut-und-soziologe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/psychotherapie-zeugswetter.at\/home\/klaus-ottomeyer-psychotherapeut-und-soziologe\/","title":{"rendered":"Klaus Ottomeyer, Psychotherapeut und Soziologe"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 18. Mai 2025 sprach der Psychotherapeut und Soziologe Klaus Ottomeyer in der \u00d61-Sendereihe \u201eGedanken\u201c \u00fcber das Thema \u201eGrenzen und M\u00f6glichkeiten der Empathie\u201c. In seinem Beitrag reflektierte er \u00fcber seine berufliche Laufbahn, seine Forschungsschwerpunkte und die gesellschaftliche Bedeutung von Empathie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Traumabew\u00e4ltigung und gesellschaftliches Engagement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ottomeyer betonte, dass ein Trauma eine seelische Verletzung ist, die das Vertrauen in die Welt, in sich selbst und manchmal auch in Gott ersch\u00fcttert. Die \u00fcblichen Bew\u00e4ltigungsstrategien versagen, was zu Hilflosigkeit und Verzweiflung f\u00fchrt. Er engagiert sich weiterhin im Verein Aspis, einem Klagenfurter Forschungs- und Beratungszentrum f\u00fcr Opfer von Gewalt, das er mitbegr\u00fcndet hat. Dort werden unter anderem Kriegsfl\u00fcchtlinge und von Abschiebung bedrohte Menschen betreut. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In seinen Publikationen setzte sich Ottomeyer mit dem Aufstieg von J\u00f6rg Haider auseinander. Von der politischen Rechten wurde er daf\u00fcr als \u201eBoulevard-Psychologe\u201c bezeichnet, worauf er r\u00fcckblickend mit einem gewissen Stolz reagiert. Er sieht es als St\u00e4rke, komplexe psychologische Zusammenh\u00e4nge verst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, sowohl in der Therapie als auch in den Medien. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Empathie und ihre neurobiologischen Grundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ottomeyer betont, dass Empathie eine grundlegende menschliche F\u00e4higkeit ist, die durch sogenannte <strong>Spiegelneuronen<\/strong> unterst\u00fctzt wird. Diese Nervenzellen erm\u00f6glichen es uns, die Gef\u00fchle und Handlungen anderer Menschen intuitiv nachzuvollziehen, indem sie \u00e4hnliche neuronale Muster in unserem eigenen Gehirn aktivieren. So k\u00f6nnen wir beispielsweise Schmerz oder Freude anderer nachempfinden, was eine wichtige Basis f\u00fcr mitf\u00fchlendes Handeln darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mechanismen der Empathieabwehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser nat\u00fcrlichen Veranlagung zur Empathie beobachtet Ottomeyer in der Gesellschaft Ph\u00e4nomene der <strong>Empathieabwehr<\/strong>. Dabei handelt es sich um psychologische Schutzmechanismen, die das Mitgef\u00fchl gegen\u00fcber bestimmten Gruppen oder Individuen unterdr\u00fccken. Solche Abwehrmechanismen k\u00f6nnen durch verschiedene Faktoren ausgel\u00f6st werden:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>\u00dcberforderung<\/strong>: Die Konfrontation mit dem Leid anderer kann Gef\u00fchle von Hilflosigkeit oder Schuld hervorrufen, die schwer zu ertragen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>Ideologische Einstellungen<\/strong>: Vorurteile oder politische \u00dcberzeugungen k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass bestimmte Gruppen entmenschlicht oder abgewertet werden, wodurch Empathie blockiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>Soziale Normen<\/strong>: In einigen Kontexten kann es als unangemessen gelten, Mitgef\u00fchl zu zeigen, was die nat\u00fcrliche empathische Reaktion hemmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ottomeyer warnt davor, dass solche Abwehrmechanismen nicht nur das individuelle Mitgef\u00fchl einschr\u00e4nken, sondern auch gesellschaftliche Spaltungen vertiefen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Bedeutung aktiver Empathie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend pl\u00e4diert Ottomeyer f\u00fcr eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen empathischen F\u00e4higkeiten. Er ermutigt dazu, sich den inneren und \u00e4u\u00dferen Barrieren zu stellen, die Empathie verhindern, und aktiv Mitgef\u00fchl zu praktizieren. Dies sei besonders wichtig in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen, um Solidarit\u00e4t und Menschlichkeit zu f\u00f6rdern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Transkribiert von Robert Zeugswetter<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:69px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-luminous-vivid-amber-color has-text-color has-link-color wp-elements-b41fd6af9229e4412dabca5def293224\"><a href=\"https:\/\/oe1.orf.at\/player\/20250518\/794791\/1747551902000\">Den vollst\u00e4ndigen Beitrag kann in der ORF-Radiothek nachgeh\u00f6rt werden<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:90px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 18. 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